TLAS · deutschsprachiger Schreibtisch
Steuern einer thailändischen Gesellschaft
Eine thailändische Kapitalgesellschaft gibt nicht eine, sondern mehrere Erklärungen pro Jahr ab – monatlich, halbjährlich und jährlich. Dieser Abschnitt ordnet die Pflichten und erklärt, was bei Rückständen zu erwarten ist.
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Brauchen wir einen Steuerberater in Thailand, und was darf er unterschreiben?
Ein Steuerberater Thailand im deutschen Sinn existiert als Berufsbild so nicht: Die laufenden Meldungen reicht ein registrierter Buchhalter ein, der beim TFAC geführt wird, und den Pflichtabschluss testiert ein zugelassener Wirtschaftsprüfer. Beide Rollen dürfen nicht in einer Person zusammenfallen. Wir übernehmen den Buchhaltungsteil samt Erklärungen und stimmen die Prüfung mit einem kooperierenden CPA ab, sodass die Geschäftsführung nur einen Ansprechpartner auf Deutsch hat.
Welche Steuererklärungen fallen regelmäßig an?
Monatlich sind die Quellensteueranmeldungen für Lohn und für Zahlungen an Dienstleister fällig, bei Umsatzsteuerregistrierung zusätzlich die Umsatzsteuervoranmeldung. Halbjährlich kommt die Vorauszahlung auf die Körperschaftsteuer, jährlich die Körperschaftsteuererklärung samt geprüftem Abschluss. Wer nur an die Jahreserklärung denkt, sammelt über zwölf Monate Verspätungszuschläge an.
Wann muss unsere Gesellschaft Quellensteuer einbehalten?
Sobald die Gesellschaft an einen Dienstleister, Vermieter, Frachtführer oder Werbepartner zahlt, wird ein gesetzlich festgelegter Anteil einbehalten und an die Finanzbehörde abgeführt; der Empfänger erhält darüber eine Bescheinigung. Wird der Einbehalt vergessen, fordert die Behörde ihn bei der zahlenden Gesellschaft nach, nicht beim Empfänger – nachträglich lässt sich der Betrag meist nicht mehr vom Lieferanten zurückholen.
Was passiert bei verspäteter Abgabe?
Es entstehen ein Bußgeld je Formular und ein laufender Zuschlag auf die offene Steuer, der mit jedem Monat wächst und gedeckelt ist. Bei mehrjährigem Rückstand rechnen wir zuerst die zu erwartende Gesamtbelastung durch, damit die Geschäftsführung weiß, was auf sie zukommt, und legen dann die Reihenfolge der Nachmeldungen fest.
Können Verluste vorgetragen werden?
Ja, steuerliche Verluste sind für eine begrenzte Zahl von Folgejahren vortragsfähig, aber nur wenn sie in ordnungsgemäß eingereichten Erklärungen ausgewiesen wurden. Genau daran scheitert es bei nachgeholten Jahren häufig: Der handelsrechtliche Verlust existiert, der steuerliche Vortrag lässt sich aber nicht mehr belegen.
Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen mit Deutschland, Österreich und der Schweiz?
Mit allen drei Ländern bestehen Abkommen. Sie greifen jedoch nur, wenn die Voraussetzungen dokumentiert sind, insbesondere die Ansässigkeitsbescheinigung des Zahlungsempfängers und der zugrundeliegende Vertrag. Ohne diese Unterlagen wendet die auszahlende Stelle den regulären inländischen Satz an; eine spätere Korrektur ist aufwendig.
Wie wird das Gehalt eines entsandten Geschäftsführers behandelt?
Wird die Tätigkeit in Thailand ausgeübt, unterliegt die Vergütung grundsätzlich der thailändischen Einkommensteuer, unabhängig davon, aus welchem Land überwiesen wird. Zahlungen der Muttergesellschaft an dieselbe Person gehören deshalb in die Betrachtung, sonst weichen Lohnkonto und persönliche Erklärung voneinander ab.
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